Häufig gestellte Fragen

Naturgarten: mehr wilde Natur oder mehr gestalteter Garten?

Auch ein Naturgarten ist strukturiert und wird in Bereiche (Wege, Hecken, Beete) gegliedert. Innerhalb der vorgegebenen Flächen sollen naturnahe Wildpflanzengemeinschaften ihre eigene Dynamik entwickeln. Manche Blumen verschwinden – um an anderer Stelle wieder zu erscheinen: Leben ist Veränderung. Beobachten wir also, was passiert! Naturgärtner greifen jedoch dort gezielt ein, wo es notwendig wird.

Wie sieht ein Naturgarten aus?

Große Blüten in knalligen Farben sind nicht das wichtigste – viel bedeutsamer ist der Wert der Pflanzen für Insekten und Vögel. Die Blüten der Wildblumen sind meist ungefüllt und kleiner als die Zuchtformen. Häufig wirken Wildpflanzenbeete entsprechend eher zart und zurückhaltend, etwa wie der blühende Rand eines romantischen Waldweges.

Sichtschutz-Hecken gibt es auch, aber sie müssen nicht immergrün und immer-gleich sein. Als Boten der Jahreszeiten werden fallende Blätter und Sträucher in bunten Herbstfarben verstanden, ihre Früchte ernten wir oder die Vögel. Abgeblühte Staudenstängel bieten optisch interessante Strukturen – und Winterschutz für Insekten. Auch bepflanzte Altholzinseln verändern sich immer wieder und machen den Kreislauf des Lebens deutlich: Naturerfahrung ganz nah.

Warum sind einheimische Wildpflanzen wichtig?

Einheimische Pflanzen haben sich seit Jahrhunderten an Klima und Tierwelt angepasst. Sie blühen und duften um Bienen, Käfer und Co. anzulocken. Je nach Blütenform und Blütezeit sorgen angepasste Insekten als Bestäuber für Vermehrung und Verbreitung. Dafür werden die tierischen Helfer mit Pollen oder Nektar `belohnt´. Wo reichlich Insekten leben, folgen Vögel und andere Insektenfresser und ergänzen das Netzwerk des Lebens.

Was heißt überhaupt “einheimische Wildpflanzen”?

Den Begriff “einheimisch” kann man nur im Bezug auf ein Gebiet festlegen, z.B. Frankfurt, Hessen oder Deutschland. Landläufig versteht man darunter in Deutschland oder in Mitteleuropa einheimische Pflanzen.

Einheimisch werden Pflanzenarten genannt, wenn sie sich in einem bestimmten Naturraum über viele Generationsfolgen ohne Zutun des Menschen (!) erhalten und vermehrt haben.

Warum sind Pflanzen mit gefüllten Blüten nicht naturnah?

Zuchtsorten mit gefüllten Blüten sind fortpflanzungsschwach, denn die zusätzlichen Blütenblätter werden aus pollentragenden Staubblättern gezüchtet. Viele Zierpflanzen besitzen sogar nur noch Schaublüten ohne Pollen: Sie wurden für ihre `üppige Schönheit´ kastriert. Gleichzeitig bieten diese Blüten auch keine eiweißreiche Nahrung für Insekten mehr.

Gartenberatung – was bringt mir das?

Naturgarten beginnt im Kopf – mit einer neuen Haltung zum Garten, mit einem anderen Blick. Wie sich biologische Vielfalt auch in Ihrem Garten umsetzen lässt, dazu gebe ich Ihnen wertvolle Anregungen und Praxistipps. Mit kreativen Ideen löse ich auch kniffelige Fragen und zeige Ihnen neue Wege auf.

Gartenplanung – lohnt es sich, dafür Geld auszugeben?

Das kommt auf Ihr Ziel an. Wenn Ihnen wichtig ist, dass
- Ihr Garten zu Ihren Bedürfnissen passt,
- vielfältige Lebensbereiche entstehen,
- dazu passende Pflanzen ausgewählt werden und
- mit angemessen wenig Aufwand (um)gestaltet wird,

dann sind sorgfältige Überlegungen notwendig. Diese Arbeit beruht auf fundiertem Wissen und langjähriger Erfahrung. Meine Planung definiert Ihren Naturgarten so, dass Sie ihr Ziel Schritt für Schritt erreichen können.

Ohne diese klare Zielvorstellung werden Pflanzen und Baumaterial einfach spontan gekauft. Das führt nur selten zu einem zufriedenstellenden Ergebnis.

Wonach werden die Pflanzen ausgewählt?

Je nach Standort werden unterschiedliche Informationen benötigt: Wuchshöhe und Wuchstempo, Wurzelsystem, Wasserversorgung, Lichtbedarf, Bodentyp, Blütezeit und Blütenfarbe, Duft, Lebensdauer, Pflege, Nützlichkeit und Gift, Gestalt und Wirkung und vieles mehr. Diese Charakteristika verschiedener Pflanzen werden verglichen, um zu entscheiden, welche Pflanze an welcher Stelle Ihres Gartens optimal ist.

Ich kenne da einen Gärtner – kann er auch naturnah gestalten?

Normalerweise nicht. GärtnerInnen lernen in konventionellen Betrieben die üblichen Betonarbeiten und das Standardsortiment häufiger Gartenpflanzen kennen. Einheimische Wildpflanzen werden in diesem Umfeld meist nicht wertgeschätzt, sondern als “Unkraut” entfernt.

Auch LandschaftsarchitektInnen lernen die gärtnerische Verwendung von Wildpflanzen nicht. Zudem ist der Begriff `Naturgarten´ nicht geschützt. Fragen Sie also sehr genau nach und lassen Sie sich Beispiele zeigen, bevor Sie enttäuscht werden.

Was ist Naturgarten-Coaching?

Naturgarten-Coaching unterstützt Sie auf Ihrem individuellen Weg zum Naturgarten. Sie erhalten genau soviel Support wie Sie brauchen. Mein Naturgarten-Coaching ist modular aufgebaut:

Zunächst erhalten Sie eine Beratung vor Ort und lernen die Möglichkeiten Ihres Gartens kennen. Wer hält sich im Garten auf? Was soll dort getan oder erlebt werden? Wie soll der Garten wirken? Erst wenn ein Ziel gesetzt ist, lässt es sich auch erreichen!

Im nächsten Schritt entsteht ein Planentwurf. Dafür werden die Ideen aus der Gartenberatung sorgfältig ausgearbeitet. Ich stelle Ihnen Materialien für nachhaltige Zäune, für Mauern, Plätze und Wege vor. Auch die Bepflanzung der unterschiedlichen Standorte besprechen wir gemeinsam und legen die Planung fest.

Wenn der Plan fertig ist, geht es an die Gestaltung. Ich lade Sie und alle interessierten GartennutzerInnen ein, mit mir aktiv zu werden. Nutzen Sie die Möglichkeit, den Garten beim gemeinsamen Tun besser kennenzulernen. Von einer Mitmach-Baustelle profitieren Sie gleich doppelt:

  1. was Sie selber tun können, müssen Sie nicht bezahlen und
  2. werden Sie sicherer im Umgang mit Ihrem Garten.

Wenn Sie nicht mitmachen können oder wollen, kann die Gestaltung selbstverständlich auch komplett angeboten werden.

Für die ersten zwei Jahren empfehle ich eine Pflegebegleitung. Bis dahin sind die Pflanzen eingewachsen und Sie sind Sie mit den Methoden des naturnahen Gärtners hinreichend vertraut.

Bauen Sie auch Terrassen, Mauern, Zäune etc.?

Kleinere Arbeiten führe ich mit Helfern selber durch. Bei größeren Aufgaben arbeite ich mit erfahrenen Handwerkern und/oder Gartenbaubetrieben zusammen. Wenn terminlich möglich, arbeite ich gleichzeitig mit diesen vor Ort, so daß ich bei Fragen zur Verfügung stehe.

Zucchini und Tomaten sind Exoten, darf ich die trotzdem pflanzen?

Ja. Einjährige Nutzpflanzen im biologisch gepflegten Gemüsebeet können eine wunderbare Ergänzung sein.

Warum werden die komplizierten lateinische Pflanzennamen verwendet?

Deutsche Namen sind regional unterschiedlich und können zu Verwechselungen führen. Der lateinische Name einer Pflanzenart wird jedoch weltweit (!) eindeutig festgelegt, er besteht immer aus zwei Worten:

Beispiel:
deutsch: Schwarzer Holunder, Holder(busch), Holler, Flieder(busch)
lateinisch:Sambucus nigra


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